Einschränkungen
Ein Blick in die diversen Häuserlisten der Konstanzer Altstadt zeigt ein Mehrfaches an Häusern mit Namen als meine Sammlung, in der ausschließlich Häuser zu finden sind, die entweder einen sichtbaren Namen, ein dem Namen entsprechendes Symbol oder mindestens ein erläuterndes offizielles Schild aufweisen.

Verteilung
Mit der Anzahl von 45 findet der Spaziergänger die meisten Häuser mit Namen im Straßenzug Wessenbergstraße, Obermarkt und Hussenstrasse. Dehnt er seinen Spaziergang durch das Schnetztor auf die Kreuzlinger Straße aus, sind nochmals 13 Häuser zu finden.

Schreibweise
Ich habe die Namen exakt so wiedergegeben, wie sie teils in altertümlichem Deutsch auf den Häusern angebracht sind („Hus zem Phansant“, „Hus zem swartzen Hoff“ usw.) auch wenn diese möglicherweise Schreibfehler („ze dem Rosen under den Süln“, „Hus zem roten Turn“) enthalten.

Ursprünglicher Zweck der Häusernamen
Der Hauptgrund, warum den alten Häusern Namen gegeben wurden, dürfte hinlänglich bekannt sein. Ich möchte diesen aber der Vollständigkeit halber hier noch einmal wiedergeben: Da es vor Mitte des 18. Jh. noch keine Hausnummern gab und überdies die meisten Straßen nicht benannt waren, war der Häusername für Fremde die einzige Möglichkeit, sich nach einer Adresse durchzufragen.

Woher kommen die Häusernamen?
Die Namen der Häuser entstanden wohl aufgrund von Eigenarten, Namen oder Handwerk der Besitzer, baulicher Besonderheiten, natürlicher Kennzeichen in der Umgebung oder religiöse und heraldischer Symbole. Oft standen auch einheimische und exotische Tiere Pate bei der Namensgebung. Gelegentlich findet man bei zwei Häusern des gleichen Namens einen Zusatz, der auf die Lage der Gebäude hinweist wie z. B. zum hinteren Tanz / zum vorderen Tanz.

Bei einigen Häusern könnte man eine gute Portion trockenen Humor bei der Namensvergabe vermuten wie z. B beim Haus zum Esel, von dessen aufwendiger Malerei der Flucht der heiligen Familie lediglich das Grautier als Namensgeber verwendet wurde.
Bei einigen Häusern die beim Erwerb schon einen Namen hatten, konnte wie im Fall der alten Katze dieser auch auf die neuen Eigentümer übergehen. Als das Haus Mitte des 14. Jh. an eine sog. Geschlechterzunft verkauft wurde, nannte sich diese fortan Gesellschaft zur Katz und hat den Namen nach dem Erwerb eines neuen Hauses an dieses weitergegeben.

Von den heute noch mit Namen versehenen Häusern wurden sehr oft Namen aus dem Tierreich verwendet wie Elefant, Kraniche, Löwe, Leopard, Panther, Drachen, Lindwurm, Ochs, Rind, Rösser, Katzen, Walfisch, Dogge, Windhund, Gans, Falke, Pelikan, Blaufuss, Fasan, Delfin, Eule, Hähne, Pfauen, Sittich, Adler, Wölfe, Affe, Bären, Widder, Böcke und Lämmer. Von den nicht tierischen Namen sind Sterne, Engel und Schwerter relativ häufig.

Während man in den meisten Fällen die Bedeutung der Namen mehr oder weniger leicht erkennen kann, erschließt sich mir bei einigen Namen wie z. B. Alletbock, zem Rosen unter den Süln, Tule, Täsche, Mugge die Bedeutung nicht. Sofern Du besser als ich informiert bist, würde ich mich sehr über einen aufklärenden Hinweis freuen.

Altersangaben
An 146 Häuser fand ich Datumskennzeichnungen, die jedoch nicht zwangsläufig das Erbauungsdatum sein müssen, sondern auch das Datum einer ersten Erwähnung sein können. Die vom Arbeitskreis für Hausforschung durchgeführten dendrochronologischen Untersuchungen des zum Bau verwendeten Holzes einiger Häuser kamen oft auf ein deutlich älteres, einigen Fällen aber auch jüngeres Erbauungsdatum als es die Inschriften zeigen. Die meisten der Häuser mit Datumskennzeichnung, insgesamt 72, stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert und das Älteste von mir gefundene Haus ist das Haus zum Regenbogen in der Rheingasse 2 aus dem Jahr 1192.

Wandbilder
Die meisten der an den Häusern befindlichen Bilder weisen keine stilistischen Ähnlichkeiten auf und stammen sehr wahrscheinlich von den verschiedensten Künstlern. Die um so auffälligere stilistische Ähnlichkeit einer relativ hohen Anzahl von Sgraffiti weist auf die Tätigkeit des Malers Hans Sauerbruch, einen Sohn des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch hin, dessen Werk an 24 Häusern zu bewundern ist. Auch hier wäre Feedback für den Fall, dass meine Aufzählung fehlerhaft oder unvollständig sein sollte, hilfreich.

Bildrechte
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